Supermarkt-Werbeprospekt und Rezeptvorschläge mit Claude Code erstellen
Marketing im Supermarkt: mit Claude Code Prospekt-Texte und Rezepte entwerfen, Preise prüft der Mensch. Mit Prompt-Vorlage und Prüfskript.
Freitagnachmittag, endlich stehen die Sonderangebote der nächsten Woche fest. Jetzt fehlen nur noch: die Prospekttexte, die Schilder am Regal, die Social-Media-Posts und der Text für die Rezeptecke „Heute auf dem Tisch”. Abgabe ist Montagfrüh.
Als ich noch in der Werbung eines Supermarkts mitgeholfen habe, war genau dieses Wochenende das Schlimmste. Dass das Hähnchenbrustfilet im Angebot ist, steht fest. Aber der eine Satz, der über „Hähnchenbrust 100 g – 0,58 €” gehört, will mir partout nicht einfallen. Wie oft habe ich wohl „Top-Preis!” geschrieben? Sonntagabend tippte ich „Hähnchen-Schnitzel” in die Rezeptecke, und am Montag sagte der Filialleiter: „Schnitzel hatten wir doch schon letzte Woche.”
Das Schlimme ist nicht das Schreiben an sich. Es ist die Zwickmühle aus leerem Kopf und nahender Deadline. Genau hier hilft generative KI am meisten. In diesem Artikel zeige ich, wie du als Marketing-Verantwortliche im Supermarkt die Entwürfe für Prospekt und Rezepte an Claude Code abgibst – und Preise sowie Pflichtangaben trotzdem immer ein Mensch prüft.
Das Wichtigste in Kürze
- Wenn die KI die „Werbe-Headlines” für den Prospekt und die „Ideen” für die Rezeptecke vorschreibt, halbiert sich die Wochenend-Arbeit mindestens.
- Preis, Herkunft, Allergen-Angaben und Verfügbarkeit prüft immer ein Mensch. Überlässt du das der KI, drohen Verstöße gegen das Lebensmittel- und Wettbewerbsrecht.
- Du übergibst die Artikelliste als CSV und bekommst die Texte in einem festen Format zurück – die Prompt-Vorlage kannst du direkt übernehmen.
- Ein kleines Prüfskript fängt maschinell ab, ob sich „zu absolute Behauptungen” oder „Heilversprechen” eingeschlichen haben.
- Personenbezogene Kaufdaten oder Kundenlisten gibst du der KI nie. Du übergibst nur Artikelname, Preis und Kategorie.
Für wen ist dieser Artikel?
Gedacht ist er für Marketing-Verantwortliche in der Filiale oder Zentrale. Menschen, die den ganzen Text-Kram – Prospekt-Übergabe an die Druckerei, Regalschilder, WhatsApp- und Instagram-Posts, die Rezeptecke – allein oder zu zweit stemmen. Keine Design-Profis, aber jede Woche von der Deadline gejagt.
Die Produktauswahl und die Abstimmung mit dem Filialleiter bleiben dein Job. Der KI gibst du nur die Mühe ab, „das erste Zeichen aus dem Nichts zu schreiben”. Damit auch ohne Programmiererfahrung alles läuft, halte ich die Terminal-Befehle auf ein Minimum. Falls du noch nie mit der Kommandozeile gearbeitet hast, lies vorher Claude Code für Nicht-Entwickler – dann verläufst du dich nicht.
Der Arbeitsablauf der Angebots-Werbung
Schauen wir uns die aktuelle Arbeit zerlegt an. In fast jeder Filiale läuft es so:
- Einkauf bzw. Buyer legen die Angebotsartikel und Preise der nächsten Woche fest (etwa freitags).
- Du wählst 3 bis 5 Zugartikel aus und planst die Aufteilung auf dem Prospekt.
- Pro Artikel schreibst du Headline und Beschreibungstext.
- Du baust die Texte für Regalschilder, Social Media und Messenger um.
- Aus den saisonalen Zutaten entsteht der Text für die Menü- und Rezeptecke.
- Du prüfst Preise, Angaben und Verfügbarkeit, gibst in den Druck oder planst die Posts.
Davon lohnt sich die KI bei den Schritten 3, 4 und 5. Schritt 1 und 2 sind Einkaufs- und Verkaufsentscheidungen, Schritt 6 ist die Kontrolle mit Verantwortung – die behält der Mensch in der Hand.
Typische Schleifen und Ärgernisse
Hier die unscheinbaren, aber zermürbenden Dinge, die ich im Alltag immer wieder gesehen habe:
- Leerer Kopf bei den Texten: Jede Woche dieselben Artikel im Angebot, also recycelt man „Top-Preis” und „Jetzt frisch”.
- Umschreiben pro Kanal: Der steife Prospekt-Text wirkt auf Instagram fehl am Platz. Im Messenger muss er noch kürzer. Man schreibt für jeden Kanal neu.
- Doppelte Rezepte: Man bringt dasselbe Gericht wie letzte Woche, und der Filialleiter oder die Stammkundin merkt es.
- Uneinheitliche Schreibweisen: „Hähnchen”, „Hühnerfleisch”, „Hähnchenbrust” stehen wild gemischt im Prospekt, und kurz vor Abgabe muss man alles vereinheitlichen.
- Vertippte Preise: Vor lauter Text verrutscht eine Stelle in der entscheidenden Zahl. Das ist das, wovor man am meisten Angst hat.
Vieles davon kommt von der „Last, jeden Text bei null anzufangen”. Ist die Last zu hoch, fehlt am Ende die Zeit zur Kontrolle – und genau das führt zu schweren Fehlern wie falschen Preisen.
Drei Use Cases im Supermarkt
Use Case 1: Prospekt-Headlines im Stapel entwerfen
Du übergibst die Artikelliste und lässt dir die kanalspezifischen Texte gesammelt erstellen. Als Liste zurückgegeben, lassen sie sich leicht ins Layout einfließen. Gib ein festes Format wie dieses vor:
| Artikel | Prospekt-Text (max. 25 Zeichen) | Social Media (mit Emoji) | Messenger (1 Zeile) |
|---|---|---|---|
| Hähnchenbrust | Zartes Filet für jeden Tag | Star der Woche: die Hähnchenbrust! Nie wieder Rezept-Stress | Hähnchenbrust jetzt günstig |
| Tomaten | Sonnengereifte regionale Tomaten | Knallrote Tomaten frisch da! Salatzeit ist eröffnet | Reife Tomaten frisch im Regal |
Den Preis trägst du nicht in die Tabelle ein. Wenn du festlegst „die Zahl tippt am Ende ein Mensch von Hand”, sinkt das Risiko von Tippfehlern.
Use Case 2: Rezeptvorschläge aus saisonalen Zutaten
Aus den Angebotszutaten lässt du den Text für die Rezeptecke der Woche schreiben. Übergibst du die Gerichte der Vorwoche als „bereits genutzte Liste”, vermeidest du auch Wiederholungen.
Geh das Ergebnis mit einer Checkliste durch:
- Werden mindestens drei der Angebotszutaten dieser Woche verwendet?
- Überschneidet sich das Hauptgericht mit der Vor- oder Vorvorwoche?
- Ist eine grobe Zubereitungszeit angegeben (15 Min., 30 Min. usw.)?
- Sind die Hauptallergene (Eier, Milch, Gluten/Weizen, Schalentiere, Soja, Nüsse) genannt?
- Haben sich Heilversprechen wie „heilt …” oder „macht gesund” eingeschlichen?
Use Case 3: Stapel-Anpassung pro Kanal
Den einmal erstellten Prospekt-Text baust du an Zeichenzahl und Ton von Regalschild, Instagram und Messenger an. Der Trick: nenne die Vorgaben pro Kanal vorab.
| Kanal | Richtwert Zeichenzahl | Ton |
|---|---|---|
| Regalschild | max. 18 Zeichen | kurz, blickfangstark |
| ca. 120 Zeichen + Hashtags | bildgestützt, locker | |
| Messenger | max. 50 Zeichen | nur das Nötigste, Emoji sparsam |
Was die KI übernimmt – und was der Mensch entscheidet
Hier entscheidet sich, ob etwas schiefgeht. Ziehen wir die Linie in einer Tabelle:
| Aufgabe | KI übernimmt | Mensch entscheidet immer |
|---|---|---|
| Ideen für Headlines | Ja | Endauswahl |
| Ideen für Rezepte | Ja | Passt es zur Kundschaft? |
| Zeichenanpassung pro Kanal | Ja | Freigabe zur Veröffentlichung |
| Preis und Rabatt | Nein | Mensch tippt und gleicht ab |
| Herkunft und Allergene | Teils (Entwurf) | Mensch prüft die Fakten |
| Superlative wie „der Günstigste” | Nein | Mensch löscht (Wettbewerbsrecht) |
| Verfügbarkeit, Angebotszeitraum | Nein | Verkauf und Mensch prüfen |
Was die KI schreibt, ist immer nur ein Rohentwurf. Über Preis und Pflichtangaben geht am Ende dein Auge. Diese eine Linie darfst du nie aufweichen. Irreführende Werbung ist in Deutschland im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) geregelt. Die KI schreibt ohne mit der Wimper zu zucken „sensationell günstig” oder „der billigste der Branche” – solche absoluten Aussagen streicht der Mensch.
Prompt-Vorlage zum Kopieren
Diese Vorlage übergibt die Artikelliste und gibt die kanalspezifischen Texte als Tabelle zurück. Schreibst du die Kanal-Regeln in die CLAUDE.md, musst du sie nicht jedes Mal einfügen. Wie das geht, zeigt CLAUDE.md Best Practices.
Du bist Werbetexter für einen Supermarkt.
Erstelle aus der folgenden Artikelliste die kanalspezifischen Texte als Tabelle.
# Vorgaben
- Keine Preise, Rabatte, Verfügbarkeit oder Zeiträume nennen (Zahlen trägt später ein Mensch ein)
- Keine Superlative oder absoluten Aussagen wie „der Günstigste", „sensationell"
- Keine Heilversprechen wie „heilt" oder „macht gesund"
- Endungen und Blickwinkel sollen sich nicht mit den Texten der Vorwoche (unten) überschneiden
# Ausgabeformat
| Artikel | Prospekt (max. 25 Zeichen) | Social Media (ca. 120 Zeichen) | Messenger (max. 50 Zeichen) |
# Angebotsartikel dieser Woche
Hähnchenbrust / regionale Tomaten / Tofu / saisonaler Fisch
# Blickwinkel der Vorwoche
„Jetzt frisch" / „Top-Preis" / „der Klassiker"
Für die Rezeptecke hängst du das hier an:
Schreibe als Nächstes zwei Menüvorschläge für diese Woche, die mindestens drei der obigen Angebotszutaten verwenden, als Rezepttext.
# Vorgaben
- Pro Vorschlag eine grobe Zubereitungszeit angeben
- Enthaltene Hauptallergene klar kennzeichnen
- Nicht mit dem Hauptgericht der Vorwoche überschneiden (Schnitzel, Gulasch)
- Keine Aussagen zu Heilwirkung oder Gesundheitseffekt verwenden
Wenn du die Treffsicherheit der Prompts noch eine Stufe höher bringen willst, hilft Fortgeschrittenes Prompt-Engineering dabei, die Vorgaben stabil zu formulieren.
Ein Prüfskript für die Ausgabe
Wir filtern maschinell, ob im KI-Text noch Ausdrücke stehen, die raus sollen (Superlative, Heilversprechen, absolute Aussagen). Mit Node.js läuft es. Speichere den KI-Entwurf in draft.txt und führe es aus:
import { readFile } from "node:fs/promises";
// In der Werbung zu vermeidende Ausdrücke. Vor allem rund um Wettbewerbs- und Heilmittelrecht.
const ngWords = [
"der billigste", "die billigste", "der günstigste", "branchenweit günstigste",
"sensationell günstig", "weltweit", "absolut", "garantiert abnehmen",
"heilt", "Heilung", "macht gesund", "wirkt gegen", "Detox",
"Anti-Aging", "lässt Krebs verschwinden",
];
const text = await readFile("./draft.txt", "utf8");
const lines = text.split(/\r?\n/);
let hit = 0;
lines.forEach((line, i) => {
for (const w of ngWords) {
if (line.toLowerCase().includes(w.toLowerCase())) {
console.log(`Z${i + 1}: pruefen -> Ausdruck "${w}": ${line.trim()}`);
hit++;
}
}
});
// Auch grob warnen, falls sich preisaehnliche Zahlen in den Text geschlichen haben
const priceLike = text.match(/\d+[.,]\d{2}\s*(?:€|EUR)/g);
if (priceLike) {
console.log(`Preisaehnliche Angaben: ${priceLike.join(", ")} (Mensch muss final pruefen)`);
}
console.log(hit === 0 ? "Keine NG-Ausdruecke. Weiter zur Endkontrolle durch den Menschen." : `${hit} Ausdruecke zu pruefen.`);
process.exit(0);
Ausgeführt wird es so:
node check-flyer.mjs
Auch wenn „Keine NG-Ausdrücke” erscheint, ist das keine Unbedenklichkeitserklärung. Es ist ein Türsteher, hinter dem ein Mensch Preis, Herkunft und Allergene noch mit eigenen Augen prüft. Falls dir die Befehle unsicher sind, kannst du in der Claude Code Einstiegsanleitung Schritt für Schritt die Umgebung aufsetzen.
Was sich vor und nach der Einführung ändert
Die Zahlen sind nur mein Gefühl und grobe Schätzungen umliegender Filialen, aber als Richtwert:
| Aufgabe | Vorher | Nachher |
|---|---|---|
| Texte für 10 Angebotsartikel | ca. 120 Min. | ca. 20 Min. (KI-Entwurf + Auswahl) |
| Zwei Rezeptvorschläge | ca. 60 Min. | ca. 15 Min. |
| Anpassung auf 3 Kanäle | ca. 90 Min. | ca. 20 Min. |
Insgesamt schrumpfen rund viereinhalb Stunden auf knapp eine Stunde. Bei einmal pro Woche sind das etwa 14 Stunden im Monat. Mit 15 € Stundenlohn gerechnet werden also rund 210 € an Zeit im Monat frei. Dass ich diese Zeit in die Preiskontrolle und die Regalgestaltung stecken konnte, war die wichtigste Veränderung.
Datenschutz und Sicherheit
Das ist nicht verhandelbar. Der KI gibst du nur „Artikelname, Preis, Kategorie und Saison-Info”:
- Kaufhistorie aus Kundenkarten, Mitgliederlisten und personenbezogene Daten gibst du nicht weiter.
- Einkaufspreise oder Vertragskonditionen mit Lieferanten – also Internes – gehören nicht in den Prompt.
- Klebe keine nicht-öffentlichen Firmendaten in kostenlose Chat-Dienste. Wenn du sie nutzt, prüfe eine Einstellung, die Eingaben nicht fürs Training verwendet, oder einen Unternehmensvertrag.
- Das Ergebnis prüft immer ein Mensch vor Druck oder Veröffentlichung (nie KI-Text ungeprüft veröffentlichen).
„Artikel und ihre Preise sind öffentlich, das Verhalten der Kunden ist vertraulich.” Schreib diese Trennlinie als einen Satz in die CLAUDE.md, dann ist sich das Team einig. Wenn du das firmenweit angehen willst, ist es sicherer, die Regeln über Schulung und Beratung aufzusetzen.
Häufige Fragen
F. Darf die KI letztlich nicht einmal die Preise schreiben? A. Als Referenz im Entwurf ist das in Ordnung, aber die finale Zahl gleicht ein Mensch ab. Die KI gibt auch falsche Stellen mit voller Überzeugung aus. Empfehlenswert ist, mit dem Prüfskript „… €” zu erkennen und in die Warnung zu schicken.
F. Kann die KI auch Design und Prospekt-Layout machen? A. Dieser Artikel deckt nur Text ab (Headlines, Rezepttexte). Das Layout bleibt Sache der Druckerei-Vorlage oder der Designerin. Es funktioniert gut, wenn du der KI nur „die Zeichen fürs Layout” überlässt.
F. Lässt sich der Ton an Region oder Filiale anpassen? A. Ja. Ergänze Kundschaft und Tonfall im Prompt, etwa „locker im Berliner Slang” oder „höflich, weil viele ältere Kunden”. Übergibst du einen guten Post der Vorwoche als Beispiel, wird der Ton stabiler.
F. Ich möchte mehr Tipps zur Effizienz. A. Wiederkehrende Aufgaben als Regeln in der CLAUDE.md festzuhalten ist der schnellste Weg. In Tipps für mehr Produktivität mit Claude Code sind Kniffe gesammelt, mit denen du nicht jedes Mal alles neu einfügst.
F. Kann ich es kostenlos ausprobieren? A. Fang am besten klein und allein an. Lernmaterial und kostenlose PDFs findest du auf der Produktseite. Lass mit den Artikeln deiner eigenen Filiale einfach mal eine Woche durchlaufen.
Was beim echten Test herauskam
Ich habe die obige Prompt-Vorlage und das Prüfskript tatsächlich mit der Wochen-Angebotsliste eines Supermarkts in der Nachbarschaft laufen lassen (Hähnchenbrust, Tomaten, Tofu, Fisch und weitere – 10 Artikel).
Die Text-Entwürfe kamen in einem Rutsch als kanalspezifische Tabelle zurück und ließen sich direkt ins Layout einfließen. Besonders gut war die Rezeptecke: Übergab ich das Hauptgericht der Vorwoche als „bereits genutzt”, brachte die KI brav ein anderes Menü. Dass sich das „schon wieder Schnitzel wie letzte Woche” per System verhindern lässt, hat mich persönlich am meisten gefreut.
Beim Prüfskript hingegen hakte es. Die KI mischte im ersten Output seelenruhig „sensationell günstig” und „nur jetzt zum Tiefstpreis” hinein, und check-flyer.mjs gab drei Warnungen aus. Allein das Streichen durch einen Menschen senkte die Sorge ums Wettbewerbsrecht deutlich. Da die Preise bis zuletzt von Hand eingetippt wurden, blieben auch Tippfehler bei null. Zieh die Linie zwischen „abgeben” und „selbst in der Hand behalten” einmal als Tabelle – dann kommst du ohne Grübeln durchs Wochenende.
Kostenloses PDF: Claude-Code-Cheatsheet
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Masa
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