Use Cases (Aktualisiert: 7.6.2026)

Werbeagentur: Anzeigentexte und Reportings mit Claude Code in der halben Zeit

Für Account-Manager in Werbeagenturen, die in Copy-Entwürfen und Monatsreports versinken: Wie Claude Code Rohfassungen liefert und der

Werbeagentur: Anzeigentexte und Reportings mit Claude Code in der halben Zeit

Freitagabend, damals, als ich in einer Werbeagentur die Kampagnen mitbetreut habe.

Acht Kunden auf meinem Schreibtisch. Zum Monatsanfang werden alle Monatsreports gleichzeitig fällig. Erklären, warum die Klickrate gefallen ist. Vorschläge für den nächsten Monat schreiben. Und nebenbei noch zehn Varianten für ein neues Banner texten. Pro Kunde rund zwei Stunden, bei acht Kunden also sechzehn Stunden. Alles von Hand: auf die Zahlen starren und Wörter herauspressen.

In einem Monat habe ich übermüdet einen Report abgegeben, ohne zu merken, dass ich die Zahlen aus dem Vormonat einfach hineinkopiert hatte. Im Jour fixe sagte der Kunde: “Ist das nicht dieselbe Grafik wie letzten Monat?” Mir wurde eiskalt. Auch die Ideen für die Texte waren ausgelaugt. Jeden Monat dieselben “Nur jetzt!” und “Sparen Sie!” recycelt.

Das Problem war nicht mein Können, sondern die Verteilung meiner Zeit. Zahlen abtippen und erste Textentwürfe schreiben - solche “denkfreien” Aufgaben fraßen die Stunden, und für das Wesentliche, das “Was machen wir nächsten Monat anders?”, blieb kein Raum. Seit ich Claude Code in meinen Workflow eingebaut habe, hat sich genau das verändert. Heute schreibe ich auf, wie diese Aufteilung aussieht - ganz konkret aus dem Agenturalltag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Verschleiß im Agenturalltag konzentriert sich auf “erste Copy-Entwürfe” und “die Standardteile des Monatsreports”. Genau das übernimmt die KI, damit der Mensch Zeit für strategische Entscheidungen hat.
  • Für drei Aufgaben - Copy-Ideen, Report-Rohfassung und Pre-Launch-Check - gibt es hier fertige Prompt-Vorlagen zum Einfügen.
  • Ohne klare Grenze zwischen “Was die KI schreibt” und “Was der Mensch entscheiden muss” passieren Unfälle: Verstöße gegen das Heilmittelwerbegesetz oder erfundene Zahlen. Es gibt eine Abgrenzungstabelle.
  • Ein lauffähiges Prüfskript verwandelt die CSV-Zahlen in das Gerüst eines Markdown-Reports. Copy-paste-fähig.
  • Plus die Mindestregeln, damit personenbezogene Daten und vertrauliche Kundenzahlen nicht nach außen gelangen.

Wo Account-Manager in Agenturen ihre Zeit verlieren

Zuerst das Leserbild scharfstellen. Dieser Artikel richtet sich an Account-Manager, die in einer Agentur mehrere Kunden im Performance-Marketing betreuen (Suchanzeigen, Display, Social Ads). Eine Person, fünf bis zehn Kunden, Kanäle wie Google Ads, Meta, zuletzt auch TikTok.

Ein Monat dieser Person läuft grob so ab:

  1. Monatsanfang: die Zahlen des Vormonats aus den Werbekonten exportieren und den Monatsreport bauen.
  2. Mitte des Monats: gemäß den Vorschlägen Gebote und Creatives anpassen, Copy-Ideen für neue Banner und Textanzeigen liefern.
  3. Laufend: auf Kundenfragen reagieren (“Geht dieses Versprechen?”, “Bitte fünf Varianten für die Aktion nächste Woche”).
  4. Monatsende: die Hochrechnung berechnen und die Budgetverteilung für den nächsten Monat vorschlagen.

Der Kopf gehört dem Teil “Wie deute ich die Zahlen, und was wird daraus für eine Maßnahme?”. Doch tatsächlich verschlingt die Zeit das, was davor liegt:

  • Aus jedem Kanal kommen unterschiedlich formatierte CSV-Dateien, die in dieselbe Tabellenform gebracht werden müssen.
  • Fakten in Sätze gießen, etwa “Die Klickrate stieg von 0,8 % auf 1,1 %”.
  • Der erste Copy-Entwurf (am Ende fast komplett umgeschrieben, aber die erste Variable von null hochzuziehen ist zäh).

Genau diese Schicht aus “denkfrei, aber zeitfressend” zehrt an der Kraft des Account-Managers. Und genau diese Schicht übernimmt Claude Code.

Anwendungsfall 1: Erste Copy-Entwürfe in Menge, der Mensch wählt das Versprechen

Texte von null zu schreiben ist das Schwerste. Deshalb lasse ich die KI “zehn erste Entwürfe” liefern und kümmere mich selbst um die Auswahl: “In welche Richtung gehen wir?”

Der Prompt unten ist eine Vorlage, die Varianten erzeugt und dabei die Zeichengrenzen des Kanals einhält. Kundennamen und Produkt bleiben anonymisiert und werden später ersetzt.

Du bist Texter in einer Werbeagentur. Liefere unter folgenden Bedingungen 10 Headline-Varianten für eine Suchanzeige.

# Produkt
Basis-Hautpflege für Frauen ab 40 (Feuchtigkeitscreme). Zielgruppe: Menschen, die trockenheitsbedingte kleine Fältchen stören.

# Vorgaben
- Maximal 30 Zeichen pro Headline.
- Keine Ausdrücke wie "Nr. 1", "garantiert", "immer", die einen Beleg erfordern.
- Keine medizinischen Wirkversprechen oder Aussagen, die das Heilmittelwerbegesetz berühren ("lässt Pigmentflecken verschwinden" usw.).
- Teile die 10 Varianten in drei Typen: "Problem-Ansprache / Nutzen-Ansprache / Knappheits-Ansprache".

# Ausgabeformat
Typ | Headline | Zeichenanzahl

Der Trick liegt darin, die Vorgaben fein zu schreiben. Wenn man bis zu “das Heilmittelwerbegesetz nicht berühren” und “Zeichen zählen und in einer Tabelle ausgeben” anweist, sinkt der Korrekturaufwand danach. Von zehn Varianten sind real nur zwei bis drei brauchbar, aber verglichen mit dem Schmerz, von null herauszupressen, ist das ein himmelweiter Unterschied.

Pro Kunde und Produkt tauscht man nur die Bedingungen aus und nutzt die Vorlage erneut. Wenn man die gängigen Versprechen-Typen (Problem, Nutzen, Knappheit, Social Proof, Saison) fest im Prompt verankert, wird auch die Schlagseite der Ideen kleiner.

Anwendungsfall 2: Die Standardteile des Monatsreports vordenken lassen

Beim Monatsreport sind 80 % des Aufbaus jeden Monat gleich: Zusammenfassung, Ergebnisse je Kanal, Veränderung zum Vormonat, Vorschlag für nächsten Monat. Das jedes Mal von Hand zu schreiben war Zeitverschwendung.

Ich übergebe die Zahlen als CSV und lasse die KI nur “die Faktenbeschreibung” schreiben. Deutung und Vorschlag überschreibe ich selbst. Der Prompt sieht so aus:

Du bist Analyst für Performance-Marketing. Erstelle anhand der angehängten CSV (Monatsergebnisse je Kanal) den Entwurf eines Monatsreports.

# Regeln
- Verwende nur Zahlen, die in der CSV stehen. Schreibe keine Zahl, die nicht in der CSV steht, aus Vermutung.
- Die "Veränderung zum Vormonat" wird aus der Vormonats- und der Aktuell-Spalte der CSV berechnet; die Berechnungsgrundlage in Klammern ergänzen.
- Pro Kanal je eine Zeile Positives und eine Zeile Negatives.
- Maximal drei "Vorschläge für nächsten Monat". Markiere sie als vorläufig und hänge am Satzende "(prüfen durch Account-Manager)" an.

# Ausgabe-Struktur
## Zusammenfassung des Monats
## Ergebnisse je Kanal (Tabelle)
## Themen im Vormonatsvergleich
## Vorschläge für nächsten Monat (zu prüfen)

Der Satz “Schreibe keine Zahl, die nicht in der CSV steht” wirkt. Ohne ihn erfindet die KI plausibel klingende Zahlen. Das ist das Spiegelbild meines eigenen Patzers vom Anfang (“Vormonatszahlen wiederverwendet”) - diesmal füllt die KI fiktive Zahlen ein. Deshalb erzwinge ich das Offenlegen der Grundlage.

Auch das “(prüfen durch Account-Manager)” am Vorschlagsteil ist Absicht. Der Vorschlag der KI ist nur ein Diskussionsentwurf, die letzte Entscheidung trifft der Mensch - diese Linie wird so auch im Report sichtbar.

Anwendungsfall 3: Den Pre-Launch-Check der Maschine überlassen

Die Sichtprüfung kurz vor dem Schalten lässt zwangsläufig Lücken: Zeichen überschritten, URL-Parameter am Ende vergessen, Formulierungen, die das Heilmittelwerbegesetz berühren. Das wird zur Checkliste und von der KI durchlaufen.

PrüfpunktInhaltWer entscheidet final
ZeichenanzahlLiegt es über dem Limit des jeweiligen Kanals?KI erkennt, Mensch bestätigt
Verbotene Ausdrücke”garantiert”, “Nr. 1” und Wörter, die einen Beleg brauchenKI erkennt, Mensch beurteilt
Werbe- und WettbewerbsrechtAbsolute Wirkversprechen, irreführende AngabenKI erkennt vor, Mensch entscheidet final
ZielseiteSind URL und Parameter korrekt?Mensch prüft zwingend
Zahlen-KonsistenzStimmen die Report-Zahlen mit dem Konto überein?Mensch prüft zwingend

Diese Checkliste fügt man direkt in den Prompt ein und bittet: “Prüfe den folgenden Anzeigentext nach jedem Punkt und nenne mit Begründung, wo es hakt.” Die KI ist stark darin, Übersehenes aufzulesen. Aber bei Punkten mit schwerer Verantwortung wie Werberecht oder Zielseite gilt: Den Hinweis der KI als Orientierung nehmen, die letzte Entscheidung trifft der Mensch. Hier wird niemals alles abgegeben.

Was die KI übernimmt und was der Mensch entscheiden muss

Die Grenze muss klar sein. Ist sie unscharf, erkauft man sich die Bequemlichkeit mit Unfällen.

SchrittÜbernimmt die KIEntscheidet der Mensch
CopyErste Varianten, Zeichenanpassung, UmformulierungenWelches Versprechen, Passung zur Markenwelt
ReportFakten in Sätze, Vormonatsberechnung, Gerüst-EntwurfDeutung der Zahlen, Maßnahme, Budgetverteilung
Pre-Launch-CheckErst-Erkennung von Zeichen und verbotenen WörternLetzte rechtliche Beurteilung, Zielseite
KundenkontaktAntwort-EntwurfFinaler Wortlaut bei Zusagen, Angeboten, Entschuldigungen

Geteilt wird nach dem Gewicht der Entscheidung. Wiederholbare Arbeit an die KI, verantwortungsbehaftete Urteile an den Menschen. Werbung hängt direkt an gesetzlichen Vorgaben (Werberecht, Wettbewerbsrecht), deshalb bleibt immer ein Schritt, in dem ein Mensch mit Namen die Verantwortung trägt und prüft.

Prüfskript: Zahlen ins Report-Gerüst verwandeln

“CSV übergeben und per Prompt”, schrieb ich - aber die Kanal-CSV von Hand zu glätten ist auch Aufwand. Als Mindest-Vorverarbeitung lege ich ein kleines Skript bei, das die CSV liest und in eine Markdown-Tabelle mit Vormonatsvergleich verwandelt. Läuft mit reinem Node.js. Die Idee: Bevor man der KI etwas gibt, den Zahlen-Unterbau maschinell festzurren.

import { readFileSync } from "node:fs";

// Verwendung: node report.mjs data.csv
// Erwartete Spalten der CSV: media,impressions,clicks,cost,prev_cost
const file = process.argv[2] || "data.csv";
const rows = readFileSync(file, "utf8")
  .trim()
  .split("\n")
  .slice(1) // Kopfzeile verwerfen
  .map((line) => line.split(","));

function ctr(clicks, imp) {
  if (Number(imp) === 0) return "0.00";
  return ((Number(clicks) / Number(imp)) * 100).toFixed(2);
}

function diff(now, prev) {
  const n = Number(now);
  const p = Number(prev);
  if (p === 0) return "—";
  const rate = (((n - p) / p) * 100).toFixed(1);
  return (rate >= 0 ? "+" : "") + rate + "%";
}

console.log("| Kanal | Impressionen | Klicks | CTR | Kosten | Veränderung (Kosten) |");
console.log("| --- | --- | --- | --- | --- | --- |");

for (const [media, imp, clicks, cost, prevCost] of rows) {
  console.log(
    `| ${media} | ${imp} | ${clicks} | ${ctr(clicks, imp)}% | ${cost} € | ${diff(cost, prevCost)} |`
  );
}

Die Ausführung ist nur das hier:

node report.mjs data.csv

Heraus kommt eine Markdown-Tabelle, in der CTR und Vormonatsvergleich je Kanal schon berechnet sind. Diese fügt man direkt in den Prompt aus Anwendungsfall 2 ein, und die KI konzentriert sich aufs “Formulieren” statt aufs “Rechnen”. Rechnen die Maschine, Deuten der Mensch, Formulieren die KI. Teilt man die Rollen, übernimmt jeder nur seine Stärke.

Die Spaltennamen der CSV passt man an die eigenen Kanäle an. Bei Meta heißt es “reach”, bei TikTok kommen eigene Kennzahlen dazu - aber mit kleinen Funktionen wie ctr oder diff deckt man das mit ein paar Zeilen ab.

Was sich vorher und nachher verändert hat

Ich schreibe es in Zahlen. Grobe Richtwerte aus dem Bereich, in dem ich selbst Hand angelegt habe.

  • Monatsreport für einen Kunden: rund 2 Stunden → rund 45 Minuten. Faktenbeschreibung und Tabelle an die KI, ich konzentriere mich auf Deutung und Vorschlag.
  • 10 erste Copy-Varianten: rund 40 Minuten → rund 10 Minuten. Ideen an die KI, Auswahl und Feinschliff bei mir.
  • Bei acht Kunden allein bei den Reports rund 10 Stunden pro Monat gespart.

Grober ROI-Richtwert: Setzt man den Stundensatz eines Account-Managers mit 40 € an, sind 10 Stunden im Monat rund 400 € an Arbeitszeit. Bei acht Kunden lässt sich dieser Teil in die Qualität der Vorschläge oder in Neugeschäft umlenken. Gegen diese Zeitersparnis amortisieren sich die API- und Nutzungskosten von Claude Code locker. Natürlich kostet das Justieren der Prompts anfangs Zeit, die Wirkung zeigt sich erst ab dem zweiten oder dritten Monat.

Verändert hat sich nicht nur die Zeit. Weil der “Raum zum Nachdenken” zurückkam, stieg die Qualität der Vorschläge im Monats-Jour-fixe. Auch Unfälle wie die “gleiche Grafik wie letzten Monat” vom Anfang verschwanden, seit der maschinelle Check dazwischengeschaltet ist.

Sicherheit und personenbezogene Daten

Eine Werbeagentur handhabt Umsätze der Kunden, nicht-öffentliche Conversion-Zahlen, manchmal Kundenlisten. Wie man das der KI übergibt, muss man sorgfältig entscheiden.

  • Echte Kundennamen und vertrauliche Zahlen möglichst anonymisiert übergeben. Das Produkt abstrahieren wie “Basis-Hautpflege für Frauen ab 40”, den Firmennamen durch “Kunde A” ersetzen.
  • Personenbezogene Daten von Endkunden (E-Mail, Telefon, Adresse) niemals in den Prompt einfügen. Für Copy und Report braucht es keine personenbezogenen Daten.
  • Prüfen, ob der Vertrag die Nutzung externer KI einschränkt. Manche Kunden untersagen das Senden von Daten nach außen. Vorab NDA und Nutzungsbedingungen prüfen.
  • Erzeugtes immer erst durch einen Menschen prüfen lassen, bevor es nach außen geht. Den KI-Output nie direkt schalten. Das ist weniger Sicherheit als eiserne Regel zur Unfallvermeidung.

Als interne Regel lohnt sich ein Einseiter mit “Was darf an die KI” und “Was darf nicht”. Wie man solche Regeln in die Projektkonfiguration von Claude Code schreibt, habe ich in den Best Practices für CLAUDE.md gesammelt. Wer im Team arbeitet, liest das besser vorher - es verhindert Unfälle.

Wer Claude Code überhaupt noch nie angefasst hat, richtet sich am besten zuerst mit dem Claude-Code-Einstiegsleitfaden die Umgebung ein und kann die obigen Prompts dann sofort ausprobieren. Wenn KI im Team neu ist, hilft auch Claude Code für Nicht-Entwickler, um Kollegen ohne Technikhintergrund mitzunehmen.

Häufige Fragen

F. Kann ich von der KI getextete Copy direkt verwenden? A. Als erster Entwurf ja, aber bitte nicht direkt schalten. Gerade in Branchen, die das Werbe- und Wettbewerbsrecht berühren (Kosmetik, Nahrungsergänzung, Medizin), ist die letzte Prüfung durch einen Menschen Pflicht. Die KI erkennt verbotene Ausdrücke gut vor, kann aber die Verantwortung für die finale Entscheidung nicht tragen.

F. Wer haftet, wenn falsche Zahlen berichtet werden? A. Auch wenn die KI die Zahlen berechnet hat, liegt die Verantwortung bei der Person, die abgibt. Deshalb fixiert dieser Artikel die Berechnung auf die Maschine (das Skript) und bindet die KI mit “Schreibe keine Zahl, die nicht in der CSV steht”. Gleiche die Report-Zahlen vor der Abgabe mit dem Werbekonto ab.

F. Ich tue mich schwer mit Prompts. Was ist der erste Schritt? A. Am besten mit der Report-Rohfassung aus Anwendungsfall 2 starten. Der Aufbau ist jeden Monat gleich, die Wirkung spürt man schnell. Den Aufbau von Prompts selbst erkläre ich mit Beispielen in Prompt-Engineering für Fortgeschrittene.

F. Soll ich dem Kunden sagen, dass ich KI nutze? A. Kommt auf den Vertrag an, aber verstecken muss man es nicht. Ein Aufbau mit “KI für den Entwurf, finale Entscheidung beim Menschen” lässt sich sogar gut als Qualitätssicherung erklären. Den Umgang mit vertraulichen Daten klärt man vorab am besten einvernehmlich.

F. Lohnt sich das auch für eine kleine Agentur? A. Je kleiner und je mehr Kunden eine Person betreut, desto mehr Wirkung. Bei wenig Personal wird der Wegfall von Routinearbeit direkt zu freier Kapazität. Schon bei wenigen Kunden im Monat sparen allein Report und erster Copy-Entwurf mehrere Stunden.

Was beim Praxistest herauskam

Für diesen Artikel habe ich für acht fiktive Kunden meiner eigenen Site-Betreuung Dummy-CSVs erstellt und das Skript samt Prompts einmal komplett durchlaufen lassen.

Bei report.mjs war ich nur unsicher, ob es bei einem Kanal mit null Impressionen eine Division durch null gibt - aber dank der Absicherung in der ctr-Funktion kam “0.00” zurück, und die Tabelle blieb heil. Auch der Vormonatsvergleich gibt bei einem neuen Kanal ohne Vormonatsdaten ”—” zurück, genau wie geplant.

Beim Report-Prompt habe ich zuerst ohne den Satz “Schreibe keine Zahl, die nicht in der CSV steht” getestet - und die KI erfand seelenruhig “die Conversion-Rate zeigt einen Aufwärtstrend”, also eine Kennzahl, die gar nicht in der CSV stand. Mit dem Satz war sofort Schluss, und sie schrieb nur noch aus den CSV-Spalten. Beim Copy-Prompt habe ich bestätigt: Lässt man die Zeichenanzahl in einer Tabelle ausgeben, sinken Zählfehler. Bei der Vorgabe “maximal 30 Zeichen” mischt sich gelegentlich eine Variante mit 31 Zeichen hinein, aber weil die Zeichenzahl in der Tabelle sichtbar ist, sortiert der Mensch sie sofort aus.

Unterm Strich habe ich die größte Wirkung weniger in der Zeitersparnis gespürt als darin, dass der “Raum zum Nachdenken” zurückkam. Lässt man die Routine los, kann man den Kopf für das Wesentliche nutzen: “Was machen wir nächsten Monat?” Genau darin liegt der Wert der Arbeit einer Werbeagentur, das ist mir wieder klar geworden. Wer das im Team in den Workflow einbauen will, kann mit mir in Schulung und Beratung den Einführungsweg gemeinsam entwerfen. Wer zuerst allein testen will, startet mit Lernmaterial und kostenlosem PDF.

Die offiziellen Zeichenlimits und verbotenen Ausdrücke je Kanal können sich ändern, prüfe daher am Ende immer eine Primärquelle wie die offiziellen Richtlinien von Google Ads.

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Masa

Über den Autor

Masa

Engineer für praktische Claude-Code-Workflows und Team-Einführung.